BdB-Jahrestagung 2019 in Potsdam


Die BdB-Jahrestagung 2019 findet statt 

vom 02.-04. Mai

im

Kongresshotel Potsdam am Templiner See

Am Luftschiffhafen 1
14471 Potsdam
Tel.: 0331 / 907-0
Fax: 0331 / 907-75777
E-Mail: info@hukg.de
Internet: www.kongresshotel-potsdam.de

 

Das Tagungsprogramm und Anmeldeformular sowie Informationen zur Anreise und Übernachtung und einen Link zur Online-Anmeldung und für den Zimmerabruf im Tagungshotel finden Sie im Download-Bereich rechts.

 

Für Tagungsteilnehmer/innen ohne Kreditkarte:

Bitte beachten Sie den Hinweis auf die Möglichkeit zum alternativen Zimmerabruf im Tagungshotel im Downloadbereich rechts unter "Übernachten in Potsdam".  

Exposés zu Arbeitsgruppen und Foren

AG 1: Überarbeitung des Berufsbildes als Grundlage der weiteren Professionalisierung

Siegmar Mücke, Katrin Warnecke

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AG 2: Vergütung 2.0: Qualitätssicherung braucht ein neues Vergütungssystem

Mandy Catic, Tom Arenski

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AG 3: Bundesteilhabegesetz: Von der Antragstellung bis zum Leistungsbezug

Annett Löwe (angefragt), Achim Rhein, Rainer Sobota

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AG 4: Idee der zeitlich begrenzten Fallverantwortung - vorgelagerte Alternative zur Betreuung oder / und neue Chance für Betreuer/innen?

Dirk Brakenhoff, Karin Böke-Aden

 

Die IGES Institut GmbH Berlin wurde 2015 beauftragt, das rechtstatsächliche Untersuchung zur Umsetzung des Erforderlichkeitsgrundsatzes in der betreuungsrechtlichen Praxis im Hinblick auf vorgelagerte Hilfen durchzuführen.

Im Wesentlichen wurde empirisch untersucht, welche „anderen Hilfen“ zur Vermeidung und Begrenzung von rechtlichen Betreuungen grundsätzlich geeignet sind, und ob den Betreuungsbehörden die diesbezüglichen Informationen in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen.


Nach den Ergebnissen des IGES fehlt es im komplexen System der Sozialleistungen u.a. an einem zentralen festen Ansprechpartner für Menschen mit Behinderungen, der ihren Unterstützungs- und Hilfebedarf umfassend ermittelt, eine auf alle konkret in Betracht kommenden Sozialleistungen ausgerichtete Beratung anbietet und den Betroffenen bei der Geltendmachung ihrer sozialrechtlichen Ansprüche niedrigschwellig unterstützt. Momentan wird bei einem nennenswerten Teil von Betroffenen das Fehlen einer solchen Instanz nur durch die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung kompensiert.


In der Konsequenz daraus wird in der IGES Studie die Erprobung eines „Modells einer zeitlich begrenzten Fallverantwortung und erweiterten Assistenz“ empfohlen, also die Erweiterung der Betreuung um ein zeitlich begrenztes, vorgelagertes sowie personenbezogenes Clearing-System.


Die Diskussion um die Weiterentwicklung der Betreuung ist nicht neu. Professionellen und unabhängigen Beistand außerhalb oder im Vorfeld einer gesetzlichen Betreuung, die die Rechts-und Handlungsfähigkeit der Betroffenen sichert, gibt es derzeit nicht.

Mit dem Modell der „selbstmandatierten Unterstützung“ (ehem. „geeignete Stelle“) legte der BdB bereits vor Jahren ein Konzept einer Weiterentwicklung des Betreuungsrechts vor, das Parallelen zum IGES-Vorschlag aufzeigt, jedoch in seinen Ansprüchen weit darüber hinaus reicht. Der Gesetzgeber hatte sich bislang nur bedingt an dem Modell des BdB interessiert gezeigt. Durch den IGES-Vorschlag und den aktuellen Reformprozess in Berlin ist die Diskussion um das Modell der "selbstmandatierten Unterstützung" in jüngster Vergangenheit jedoch wieder entflammt.

 

In dieser Arbeitsgruppe wollen wir darüber diskutieren, welche Möglichkeiten, Chancen und Grenzen das Modell einer zeitlich begrenzten Fallverantwortung birgt. Wir laden die Teilnehmer/innen auch explizit ein, weiterzudenken. Wie kann und sollte sich das Betreuungsrecht – und ganz konkret: die individuelle Betreuung - weiterentwickeln, um Menschen mit Betreuungsbedarf ein „gutes Leben“ zu ermöglichen – so selbstbestimmt wie möglich und so geschützt wie nötig.

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AG 5: Unterstützte Entscheidungsfindung, Selbstbestimmung und Trialog bei Klient/innen mit Psychose und Psychiatrieerfahrung

Prof. Dr. Thomas Bock, N.N., Iris Peymann

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AG 6: Unterstützte Entscheidungsfindung aus kommunikationspsychologischer Sicht

Prof. Dr. Renate Kosuch, Andrea Schwin-Haumesser

 

Seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahre 2009 gilt es, im Betreuungswesen ein System der Unterstützten Entscheidung an die Stelle ersetzender Entscheidung treten zu lassen. In den abschließenden Bemerkungen zum ersten Staatenbericht durch den Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Frühjahr 2015 wird Deutschland empfohlen, dafür professionelle Qualitätsstandards zu entwickeln.


Was bedeutet das für die Betreuungspraxis, insbesondere für die Kommunikation mit den Betreuten? Woran ist zu erkennen, ob die Selbstbestimmung von betreuten Menschen geachtet und deren subjektives Wohl in den Mittelpunkt des betreuerischen Handelns gestellt wird?


In diesem Workshop werden auf Basis von Ergebnissen und Erfahrungen aus der Kommunikationspsychologie sowie aus Forschungskontexten, in denen Interviews mit Betreuten und Betreuer/innen geführt wurden, konkrete Impulse für die Ausgestaltung des Innenverhältnisses in der Betreuung gegeben, die gemeinsam diskutiert werden. Dabei wird auf die personzentrierte Beratung, die Förderung von Gelassenheit und auf Ergebnisse der Schamforschung Bezug genommen. Anhand von Fallbeispielen und verschiedener Modelle aus der Kommunikationspsychologie soll besprochen werden, wie Betreuer/innen unterstützte Entscheidungsfindung verwirklichen können.

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AG 7: Selbstbestimmung und Unterstützte Entscheidungsfindung: Wie funktioniert das in der Praxis?

Lydia Rensen, Corinna Dewner

 

Spätestens nach dem Staatenbericht, der 2015 die Unvereinbarkeit von deutschem Betreuungsrecht und UN-Behindertenrechtskonvention feststellte, ist Deutschland angehalten, alle Formen von Bevormundung und ersetzender Entscheidung durch ein „System der Unterstützten Entscheidungsfindung“ zu ersetzen. In diesem Zusammenhang sollen „professionelle Qualitätsstandards“ für die unterstütze Entscheidungsfindung entwickelt werden. Im Parallelbericht der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention wird angeregt, die Methode der unterstützen Entscheidungsfindung durch geeignete Maßnahmen wie z.B. Forschung, Modell-Projekte, Qualitätsstandards und Fortbildungsprogramme zu stärken und weiterzuentwickeln.

 

Ein Blick auf die internationale Inklusionslandschaft zeigt, dass die Unterstützte Entscheidungsfindung in aller Munde und in regem Gebrauch ist, Auch die Einbindung in die jeweiligen Rechtssysteme ist in einigen Ländern schon deutlich weiter fortgeschritten als in Deutschland (z.B. in Kanada und Schweden, die oft als „Best Practice“-Beispiele hervorgehoben werden). Demgegenüber fällt jedoch auf, dass die konkrete Ausformulierung der Methode eher blass und vage erscheint. Was genau ist denn Unterstützte Entscheidungsfindung? Gibt es eine bestimmte Abfolge, nach der man vorgeht, Prinzipien, die es zu beachten gilt, methodisches Handwerkszeug, das man benutzen kann, Qualitätskriterien, die eingehalten werden müssen? Hierzu findet man erstaunlich wenige Anhaltspunkte.


Wir glauben, dass rechtliche Betreuer*innen in Deutschland bereits viele wichtige Kernkompetenzen mitbringen und in ihrer Berufspraxis substantielle Erfahrungen in der Unterstützten Entscheidungsfindung sammeln konnten. Von daher sind – neben den Personen mit Unterstützungsbedarf - vielleicht gerade sie besonders geeignet, die Methode zu reflektieren, zu entwickeln und auszudifferenzieren.


Mit unserer Arbeitsgruppe möchten wir Sie dazu einladen, sich an der methodischen Entwicklung der Unterstützten Entscheidungsfindung zu beteiligen und Ihre eigenen Erfahrungen und Ideen einzubringen. Nach einer kurzen Einführung ins Thema möchten wir gemeinsam wichtige Aspekte und Fragestellungen zum Thema zusammentragen und diese dann in Kleingruppen bearbeiten. Abschließend sollen die Ergebnisse der Arbeitsgruppen zusammengeführt und auf dieser Grundlage ein methodisches Konzept zur Unterstützen Entscheidungsfindung entwickelt werden.

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AG 8: Unterbringung - Zwangsbehandlung: Unterstützungsmöglichkeiten im gerichtlichen Antragsverfahren

Susanne Gehlsen, Jochen Halbreiter

 

Der frei gebildete Wille eines Erwachsenen gilt und darf auch im Betreuungsverfahren nicht durch eine ersetzende Entscheidung und schon gar nicht durch Zwang gebrochen werden. Wenn der Klient den Willen krankheitsbedingt nicht frei bilden kann, hat der Betreuer sich an den Wünschen und Lebensvorstellungen unter Berücksichtigung des subjektiven Wohls des Klienten zu orientieren. Zwang – oder gar die körperliche Überwindung aktiven Widerstands des Betreuten – muss im Betreuungsrecht die absolute Ausnahme und ultima ratio sein.

 

In unserer Arbeitsgruppe beschäftigen wir uns mit den für alle Beteiligten besonders belastenden Situationen einer Unterbringung, Zwangsbehandlung sowie ggf. auch der Durchsetzung von Zwangsbehandlung im Wege unterbringungsähnlicher Maßnahmen.

 

Welche Verfahrensvorschriften schützen die Rechte der Betroffenen?
Welche Kriterien legen wir zugrunde, um zu entscheiden, ob die Situation gekommen ist, in der wir Zwangsmaßnahmen in Betracht ziehen können und ggf. sogar müssen?
Welche Verfahrenshandlungen sind von Betreuer/innen erforderlich?
Welche Verfahrenshandlungen sind vom Gericht erforderlich?
Wer handelt in welcher Phase so, dass die Eingriffe in die Grundrechte der Klienten so gering wie möglich gehalten werden?

 

Zwangsbehandlungsverfahren kommen zum Glück recht selten vor. Daher dürfte sich bei Berufsbetreuer/innen, Gerichten und Ärzt/innen noch keine Routine eingestellt haben. Der Vorteil daran ist, dass noch keine Gewohnheiten entstanden sind, die mit einem Verlust der Sensibilisierung gegenüber der Intensität des Rechtseingriffs einhergehen können. Der Nachteil ist, dass viele noch nicht auf umfangreiche Erfahrungswerte zurückgreifen können.

 

In der Arbeitsgruppe wollen wir uns zunächst mit den Voraussetzungen und dem Ablauf eines Unterbringungs- und Zwangsbehandlungsverfahrens aus Sicht des Betreuers bzw. der Betreuerin beschäftigen.

 

Dann wollen wir versuchen, eine Handreichung zu erarbeiten, die den Berufsbetreuer/innen für die akute Krisensituation erforderliche und konkrete Handlungsvorschläge vorgibt, um auch in diesen, nicht alltäglichen Situationen, ein zielgerichtetes Vorgehen zum Wohle der Klienten zu gewährleisten.

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AG 9: Aktuelle rechtliche Entwicklungen in der Betreuung

AG 10: Junge Klient/innen - Eine besondere Herausforderung für die Betreuung?

Ulrike Hess, Christian Kästner

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AG 11: Gute Ideen für unsere tägliche Besorgungsarbeit

Angela Roder, Klaus Förter-Vondey

 

In der Arbeitsgruppe sollen fünf fachliche Instrumente für unsere Arbeit vorgestellt werden. Die Instrumente sind einsetzbar, wenn unsere KlientInnen in schwierige Lebenssituationen geraten, die sie nicht aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln überwinden können.

 

Mit dem Lebenslagenmodell ermitteln wir den konkreten Besorgungsbedarf. Mit der Bildung einer Hypothese simulieren wir zusammen mit den KlientInnen eine Lage, die ihre „inneren“ Wünsche und Anliegen mit einer „äußeren“ Teilhabesicherung verbinden. Mit Vereinbarungen und Verfügungen wird der Besorgungsprozess transparent und fair gestaltet. Mit einem Risikomanagement reduzieren wir die Gefahren von Fehlentscheidungen und mit einem Auswertungsverfahren können wir gemeinsam mit den Klient/innen den Erfolg der neuen Lage bewerten. Von der Auswertung profitieren sowohl die Klient/innen als auch die Betreuer/innen, weil beide ihren Erfahrungshorizont erweitern und ihr persönliches und berufliches Handeln verbessern können.

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AG 12: Professionelles Arbeiten im Betreuungbüro: Mehr Effizienz - höhere Qualität - eigene Zufriedenheit - besseres Betriebsergebnis

Eberhard Kühn, Martina Schulz-Polat

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AG 13: Wesentliche Aspekte der Datenschutzgrundverordnung für die Arbeit von Betreuungsbüros und -vereinen

Horst Deinert, Wilk Spieker, Hennes Göers

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AG 14: Aufgaben der Betreuung bei der Schuldenregulierung

Frank Lackmann, Rolf Intemann

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Forum A: Stärkung des Selbstbestimmungsrechts bei der Betreuerauswahl, der Betreuungsführung und der Aufsicht

Expert/innen aus der Fach-Arbeitsgruppe im BMJV und Rainer Sobota

Moderation: Dr. Harald Freter

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Forum B: Betreuung als Beruf und die Vergütung der beruflichen Betreuer/innen

Expert/innen aus der Fach-Arbeitsgruppe im BMJV und Thorsten Becker 

Moderation: Jochen Halbreiter

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Forum C: Ehrenamt und Vorsorgevollmacht (einschl. Verbesserung der finanziellen Situation der Betreuungsvereine

Expert/innen aus der Fach-Arbeitsgruppe im BMJV und Hennes Göers

Moderation: Christian Kästner

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Forum D: Rechtliche Betreuung und "andere Hilfen" (Schnittstelle zwischen rechtlicher und sozialer Betreuung)

Expert/innen aus der Fach-Arbeitsgruppe im BMJV und Iris Peymann

Moderation: Heike Looser

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