Dorothea Buck im Alter von 102 Jahren verstorben

(c) Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.

Hamburg, 10. Oktober 2019 – Dorothea Buck, eine der Ikonen der Psychiatrieerfahrenen-Bewegung, verstarb am 9. Oktober im Alter von 102 Jahren in Hamburg. Als Opfer des Nationalsozialismus erlebte sie die menschenverachtenden Praktiken in der Psychiatrie und wurde zwangssterilisiert. Nach dem Ende des Krieges war Dorothea Buck als Bildhauerin und Autorin tätig, kämpfte unermüdlich für die Anerkennung und Entschädigung der Opfer der Zwangssterilisation und warb für den sogenannten Trialog, den gleichberechtigten Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und in der Psychiatrie Tätigen.

Für ihr Engagement erhielt sie zwei Bundesverdienstkreuze. Bis zu ihrem Tod blieb sie Ehrenvorsitzende des 1992 von ihr und anderen Betroffenen gegründeten Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener. „Mit Dorothea Buck hat die Bewegung der Psychiatrie-Erfahrenen eine äußerst beeindruckende Persönlichkeit verloren, die sich mit all ihrer Kraft für eine humane Psychiatrie eingesetzt und mit ihrem Wirken entscheidende Veränderungen angestoßen hat“, würdigt BdB-Geschäftsführer Dr. Harald Freter ihr Lebenswerk.