BdB-Jahrestagung 2018 in Berlin


Der BdB tagt 2018

vom 03.-05. Mai 2018 

im

Hotel Holiday Inn Berlin City West (Spandau)
Rohrdamm 80
13629 Berlin
Telefon: 030-38389-0
Fax: 030-38389-900
E-Mail: info.ber03gchhotelgroup.com
Internet: www.hotel-berlin-city-west.com


Das Tagungsprogramm und Anmeldeformular sowie das Formular für Ihre Zimmerreservierung im Tagungshotel finden Sie als PDF im Download-Bereich rechts.

Bitte nutzen Sie vorrangig die Möglichkeit der Online-Anmeldung

AG 1: Irre verständlich: Umgang mit Klient/innen mit Persönlichkeitsstörungen in der Betreuung

Prof. Dr. med. Wolfgang Schwarzer, Andrea Schwin-Haumesser

 

Menschen mit einer „Persönlichkeitsstörung“ gewinnen in der rechtlichen Betreuung eine immer größere Bedeutung.

Dabei ist der Begriff in der Psychiatrie nicht unumstritten. Persönlichkeitsstörungen führen in der Regel zu Beziehungsstörungen und Konflikten (auch mit den Betreuerinnen) bis hin zu erheblichen sozialen Problemen.

Vor allem Menschen mit einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung, insbesondere vom Borderline-Typ, mit einer narzisstischen oder dissozialen (antisozialen) Persönlichkeitsstörung führen Betreuer/innen schnell an ihre Grenzen und erfordern im Umgang hohe fachliche und menschliche Kompetenz.

Nach einem fachlichen Input, der Persönlichkeitsstörungen definiert und einzelne in ihrer Ausprägung beschreibt, werden unter Einbeziehung von Fragen und Fallbeispielen der Teilnehmerinnen praktische Aspekte des Umgangs mit den Betroffenen erarbeitet.

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AG 4: Vermeidung von Zwangsbehandlungen und Unterbringung

Iris Peymann, N.N.

 

„Ziel des beruflichen Handelns von Betreuerinnen und Betreuern ist die Sicherstellung von Mitwirkungs- und Mitentscheidungsmöglichkeiten der Klientinnen und Klienten im Rahmen von Unterbringung und Behandlung…“1

Hierfür wurde ein Konzept in Form eines Standards entwickelt, dass innerverbandlich bereits in der Diskussion und in einem Konsentierungsprozess steht, im außerverbandlichen Kontext aber noch keine Verbreitung gefunden hat. Die Entwicklungen von Standards verstehen wir als Teil einer Qualitätssicherungsstrategie. Standards sollen das betreuerische Handeln regelhaft und wissensbasiert darstellen und überprüfbar machen. Für Klientinnen und Klienten und deren Umfeld soll Betreuung transparent und nachvollziehbar sein- für Betreuerinnen und Betreuer sollen die Standards  Unterstützung bei der Ausübung ihres betreuerischen Arbeitens anbieten, sie sollen helfen fachlich nachvollziehbar und damit auch unangreifbar in besonders relevanten Lebenslagen  von Klientinnen handeln zu können.

Durch die Entwicklung von Standards in besonderen Lebenslagen- hier denken wir vor allem an Situationen, die grundrechtsrelevante Auswirkungen haben, wie bei der Unterbringung und Zwangsbehandlung- werden im täglichen gemeinsamen Handeln unterschiedlicher Professionen Zuständigkeiten transparent.

Das Thema der Vermeidung von Zwang im Bereich der medizinischen Behandlung wird bereits im Rahmen einer Studie des vom Bundesministeriums für Gesundheit geförderten Projekts „Zwangsmaßnahmen im psychiatrischen Hilfesystem: Erfassung und Reduktion  (ZIPHER)“2 und „Vermeidung von Zwangsmaßnahmen im psychiatrischen Hilfesystem (ZVP)“3 beforscht- wir sehen hier Anknüpfungspunkte und wünschen uns einen Austausch.

Wir möchten in dieser Arbeitsgruppe unser Konzept für einen ersten Standard zur Vermeidung von Zwangsbehandlung und Unterbringung vorstellen und mit Berufsbetreuer/innen im Hinblick auf die Berufspraxis sowie mit in der Praxis beteiligten Akteuren diskutieren.

Das Ergebnis der Diskussion der Arbeitsgruppe soll im weiteren Konsentierungsprozess mit berücksichtigt werden.

 


1   Angela Roder: Entwicklung fachlicher Standards-Dem Beruf eine Visitenkarte verleihen, in kompass-Fachzeitschrift für das Betreuungsmanagements 4,:1,21-27

2   Projekt der Universitäten Ulm (Zfp Südwürttemberg), Bochum und Greifswald sowie des ZI Mannheim

3   Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrischer Verbünde e.V. in Kooperation mit der Aktion Psychisch Kranke e.V., der psychiatrischen Universitätsklinik der Charité, des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und der Universität Hamburg

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AG 7: Unterstützte Entscheidungsfindung: Betreuung zum Schutz und der Berechtung von Klient/innen

Lars Mückner, Lydia Rensen

 

In ihrem Aufgabenkreis vertreten Betreuer/innen ihre Klienten und Klientinnen gerichtlich außergerichtlich (§ 1902 BGB). Sie haben Wünschen der Klient/innen zu entsprechen, soweit dies deren Wohl nicht zuwiderläuft und der Betreuerin bzw. dem Betreuer zuzumuten ist. Ehe Betreuer/innen wichtige Angelegenheiten erledigen, besprechen sie diese mit ihren Klient/innen, soweit dies deren Wohl nicht zuwiderläuft (§ 1901 Abs. 3 BGB). Selbst über Entscheidungen zum Lebensende beraten rechtliche Betreuer/innen, sie informieren sich auch über die Wünsche ihrer Klient/innen (§ 1901a BGB, der 2017 neu eingefügte Abs. 3 legt Betreuer/innen weitere Pflichten auf).

Betreuer bzw. Betreuerinnen dürfen nur für Aufgabenkreise bestellt werden, in denen die Vertretung erforderlich ist (§ 1896 Abs. 2 S. 1 BGB); darum dürfen sie auch nur dort handeln, wo es ihre Klient/innen nicht selber können; schließlich haben Betreuer/innen innerhalb ihres Aufgabenkreises dazu beizutragen, dass Möglichkeiten genutzt werden, die Krankheit oder Behinderung zu beseitigen, zu bessern, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern (§ 1901 Abs. 4 BGB). Voraussetzung ist, dass die Betreuer/innen im erforderlichen Umfang persönlich Kontakt zu Ihren Klient/innen halten.

Wer das nicht kann oder will, ist nicht geeignet und darf nicht als Betreuer bzw. Betreuerin bestellt werden (§ 1897 Abs. 1 BGB).

Toll. Das soll das Thema dieser Arbeitsgruppe sein? Ein Gesetz lesen kann jeder. Und damit sollte eigentlich alles gesagt sein. Ist es aber nicht.

Denn: Qualitativ hochwertige Betreuungsarbeit kann geplant werden. Vom Beginn der Tätigkeit an, über jeden Jahresbericht und bei jeder Vertreterentscheidung sind die oben genannten Prinzipien zur Ermittlung der Wünsche der Klient/innen zu beachten. Selbst wenn es nicht im Gesetz stünde, Art. 12 der UN BRK würde den Staat [und damit die Justiz vom Amtsgericht über Landgericht und BGH bis zum Verfassungsgericht sowie die Betreuungsbehörden] verpflichten, dieselben Prinzipien zu wahren.

Die Forderung aufzustellen ist billig.

Aber wie kann das in der Praxis gelingen?

Begrüßen Sie Ihre Klient/innen mit der Frage, wie sie sich eigentlich ihren Tod vorstellen, oder fragen Sie doch vielleicht zuerst nach den Lieblingsspeisen und der Religionszugehörigkeit?

Wie gehen Sie mit Menschen mit eingeschränktem Ausdrucksvermögen um?

Wie erfahren Sie von Menschen mit reduzierten kognitiven Fähigkeiten etwas über deren eigene Wünsche?

Und vor allem – welche Kommunikationsform passt zu Ihnen?

Nicht jede Bürokauffrau – auch wenn sie eine ausgezeichnete Betreuerin ist – hat eine Affinität zu Rollenspielen. Nicht jeder Pädagoge bringt es emotional über sich, nach dem Tod von Angehörigen und den Schlussfolgerungen für das eigene Leben zu fragen. Die beruflichen Vorerfahrungen und die Lebenswirklichkeit der Akteure im Betreuungswesen sind bunt, vielfältig und alles andere als einheitlich.

In der Arbeitsgruppe sollen verschiedene Methoden der Ermittlung von Wünschen der Klient/innen vorgestellt und diskutiert werden. Wer extrovertiert ist, ist eingeladen, den eigenen Zugang zu seinen Klient/innen kurz zu skizzieren und einer größeren Gruppe vorzustellen. Wer für sich noch den Weg nicht gefunden hat oder lieber nicht laut sprechen mag, kann einfach still teilnehmen und Anregungen und Ideen sammeln.

Die berufliche Erfahrung zeigt: Kein Weg ist zu verrückt, um ihn nicht wenigstens einmal zu versuchen.

Denn es sind die Klient/innen, die das Gespräch bestimmen. Sie sind es, die uns nicht verstehen.

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AG 10: Unser Berufsstand überaltert - Wie können wir Qualität im professionellen Betreuungssystem erhalten? – Nachwuchsentwicklung und Berufsaufgabe sind vereinbar!

Eberhard Kühn, Alexander Kutscher

 

Unsere Gesellschaft wird immer älter! Was betriebswirtschaftlich betrachtet vielleicht Hoffnung auf eine stabile oder gar steigende Nachfrage nach gesetzlicher Betreuung schüren mag, stellt andererseits für das Betreuungssystem in seiner Gesamtheit ein gravierendes Problem dar: In den nächsten 10 Jahren wird fast die Hälfte der momentan tätigen Kolleginnen und Kollegen das gesetzliche Rentenalter erreicht oder überschritten haben.

Bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Betreuungswesen und eingedenk der konkurrierenden Angebote auf dem Arbeitsmarkt stellt die Gewinnung neuer, geeigneter Berufsbetreuer/innen eine enorme Herausforderung dar. Das Fehlen einer verbindlichen Berufsordnung und die regional unterschiedlichen Handhabungen der Nachwuchsrekrutierung zwingen den Berufsinhaber/innen und letztlich auch dem Berufsverband die Entwicklung eigener Konzeptionen auf.

Neben der Gewinnung von jungen Kolleg/innen sind in der Verbandsstrategie zur Etablierung von professioneller Betreuung als anerkanntem Beruf der Erhalt und die Entwicklung von Qualität in der Betreuungsführung von zentraler Bedeutung. Dabei stellt die Konservierung und Weitergabe des enormen Humankapitals, das durch die nach und nach ausscheidenden Kolleginnen und Kollegen unrettbar abzufließen droht, eine Hauptaufgabe dar.

Somit rücken der qualifizierte Berufseinstieg und die professionelle Berufsaufgabe nicht nur von ihrer jeweiligen Bedeutung her wieder ganz nahe zusammen.

 

Die aktuelle Arbeitsgruppe knüpft an die thematisch ähnlichen Arbeitsgruppen auf den letzten Jahrestagungen an, setzt aber den Fokus auf die Kooperation und die Auseinandersetzung mit den Betreuungsgerichten und –behörden. Es wird explizit um die Argumentationshilfen und die Darstellung von Möglichkeiten gehen, in den einzelnen, unterschiedlich strukturierten Regionen die Behörden und Gerichte mit in die Verantwortung zu nehmen und für einen gemeinsamen Gestaltungsprozess zu gewinnen.        
Dazu sind belastbare, aufbereitete Daten und Fakten ebenso notwendig wie das persönliche Engagement und das „richtige“ Kommunikationsgeschick der etablierten Kolleginnen und Kollegen vor Ort.

 

Die Arbeitsgruppe wendet sich wieder insbesondere an die Kollegen und Kolleginnen, die in den nächsten Jahren ihre Berufsaufgabe planen und dabei ihr Wissen und ihre Netzwerkstrukturen an eine/n Nachfolger/in übergeben wollen. Natürlich ist die Arbeitsgruppe auch offen für alle, die sich Unterstützung bei ihrer Berufsaufgabe erhoffen und auf den letzten Stand der Ausstiegskonzeption gespannt sind. Letztlich möchten wir auch „Netzwerker“ ansprechen, die mit den regionalen Behörden und Gerichten in Kooperation treten wollen, um das Thema Qualität in der Betreuungsarbeit und die Entwicklung von mehr Professionalität voranzubringen.

 

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AG 12: „Aber Sie sind doch der Betreuer!“: Falschen Leistungserwartungen professionell begegnen

Fred Rehberg, Klaus Fournell

 

„Sie sind aber doch der Betreuer!!!“

Der Betreueralltag besteht neben den Kernaufgaben oft darin, sich selbst darüber klar zu werden, wo die Grenzen der eigenen Aufgaben sind – und sich dann in einem zweiten Schritt mit den Vorstellungen und Ansprüchen Dritter (Angehörige, Krankenhäuser, Banken etc.) auseinanderzusetzen.

Der unspezifische Begriff der „Betreuung“, gepaart mit dem verbreiteten Unwissen zu unserem Arbeitsfeld, weckt diffuse Erwartungen und Begehrlichkeiten. Unterschiedliche Akteure beanspruchen die Betreuung für ihre jeweils eigenen Interessen:

Leistungserbringer, z.B. Sozialämter, verweigern Rechtsansprüche auf andere Hilfen mit dem Hinweis, es gebe ja den/die rechtliche Betreuer/in. Betreuer/innen sollen das soziale Versorgungssystem entlasten, die Interessen von Nachbarn und Angehörigen durchsetzen und bei Bedarf „für Ordnung sorgen“, wenn Ärzte, Pädagogen und sonstige Fachkräfte mit ihrer Weisheit am Ende sind.

Das beste Mittel im Umgang mit falschen Leistungserwartungen ist ein selbstbewusster Zugang zum eigenen Beruf, mit einer klaren Orientierung in Bezug auf die eigene Rolle und Funktion.

In einer fall- und praxisorientierten Diskussion, angereichert mit kurzen Impulsreferaten, werden wir

-   das berufliche Verantwortungsprofil im Rahmen der 
    gesetzlichen Vorgaben herausarbeitenden
-   den Umgang mit Widersprüchen zwischen beruflicher   
    Verantwortung und materiellen Rahmenbedingungen
    thematisieren
-   mögliche Abgrenzungskriterien an der Schnittstelle zum
    Versorgungssystem ins Auge fassen
-   und an Hand der Beispiele aus der Gruppe praxisnahe
    Lösungen erarbeiten.

Methoden: Vortrag, Diskussion, Arbeitsgruppen, Rollenspiel

 

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